Gefühle, Gefühle ...

An allen Entscheidungen unseres Lebens sind Gefühle beteiligt, ja sogar ausschlaggebend.

Wir machen alles aus einem Gefühl heraus, bzw. für ein Gefühl.

Die Fähigkeit zu fühlen ist in uns von Grund auf angelegt. Sie ist vor allem in den ersten Monaten/ Jahren, in denen wir erst lernen müssen zu sprechen die Basis für Kommunikation.
Unsere Gefühle durch weinen, lachen oder schreien mitzuteilen sind sozusagen die erste nonverbale Sprache und sichert uns als kleines Baby unser Überleben, denn so wecken wir in unseren Mitmenschen das Bedürfnis sich um, uns zu kümmern.

Grundgefühle

Es gibt vier Grundgefühle: Freude, Wut, Angst, Trauer

Alle andern wie Neid, Frust, Stolz, Aufregung usw. sind Abstufungen oder eine Mischung daraus.

Wir bewerten Gefühle

Im Laufe unseres Lebens lernen wir erst durch unsere engsten Bezugspersonen, dann durch das weitere soziale Umfeld unsere Gefühle zu benennen, auszudrücken und zu regulieren.
Von unseren Vorbildern übernehmen wir den (gewünschten gesellschaftlichen) Umgang mit ihnen und auch, welche Bedeutung wir ihnen geben.

Gute Gefühle – schlechte Gefühle?

Wir teilen unsere Gefühle in gut oder schlecht, unerwünscht oder erwünscht ein.
Gefühle wie Freude oder Mut erleben wir als positiv und fühlen uns sicher im Umgang damit.
Mit unangenehmen Gefühlen sieht das schon anders aus. Allen voran die Wut.
Das hängt sehr damit zusammen, wie wir als Kinder/Jugendliche mit unserer Wut/
Angst … angenommen wurden und einen hilfreichen Umgang mit ihr gezeigt bekamen.
Durften wir wütend sein?
Erlauben wir uns heute als Erwachsene oder „schlucken“ wir sie hinunter?


Gefühle sind eng mit Körperempfindungen verknüpft

Durch meinen Körper teile ich meine Gefühle mit.
„Mir liegt etwas im Magen.“ Oder: „Das geht mir unter die Haut.“ Sind Aussagen, die genau diesen Zusammenhang zwischen Gefühlen und Körper beschreiben.
Vor allem Kindern sieht man es sehr deutlich an, wie sie sich fühlen.
Sie hüpfen vor Freude, Stampfen vor Wut mit dem Fuß auf, Mimik und Gestik passt zum Empfinden.

 

Gefühle haben eine Botschaft

Alle Gefühle haben eine Botschaft, d.h. sie führen uns zu dem, was wir brauchen. Hinter jedem Gefühl steckt ein Bedürfnis, das entweder erfüllt oder nicht erfüllt ist.
Z.B. ärgere ich mich, wenn ich sehe, wie mein Sohn seine Klamotten einfach auf den Boden wirft und sich anschließend gleich zum Spielen zurückzieht. Mir ist Ordnung wichtig und mein Bedürfnis nach Ordnung wird in diesem Moment nicht erfüllt.

Dann ist es wichtig, sein Bedürfnis zu kennen und dem anderen mitzuteilen.

 

Gefühle sind da um gefühlt, gesehen und gelebt zu werden

Ein Grundbedürfnis ist es verbunden zu sein – mit sich und mit anderen.
Wenn ich erkenne, was ich fühle, was ich brauche und den Mut habe mich anderen mitzuteilen, schafft das einen erfüllenden Kontakt und letztendlich die Voraussetzung für die Erfüllung meiner Bedürfnisse.

Kann ich bestimmte Gefühle nicht zulassen und mitteilen/ leben, hat das meist mit der eigenen Gefühlsgeschichte zu tun.


Nicht zugelassene Gefühle haben einen Preis

Dauerhaft unterdrückte Gefühle äußern sich manchmal in chronischen Schmerzen/ Verspannungen ohne organische Ursache.
Unterdrückte Wut/ Trauer kann schlimmstenfalls sogar in eine Depression münden.

 

Hilfe

Durch verschiedene Achtsamkeits- und Körperübungen kann ich wieder in Verbindung mit mir, mit dem, was ich fühle und letztendlich mit dem, was ich brauche herstellen.

Eine einfache Übung kann sein:

Ich richte meine Aufmerksamkeit auf meinen Körper, jetzt, in diesem Moment und lasse mir Zeit den folgenden Fragen nachzugehen:
1. Was spüre ich im Moment in meinem Körper?
2. Welches Gefühl habe ich dabei?
3. Was brauche ich gerade?                                                                                                                                                                                                                4. Was kann ich tun, um dieses Bedürfnis zu erfüllen?


Viele gute Erfahrungen beim Ausprobieren!